Die Leute schreiben sich heutzutage viel zu selten Briefe. Dabei ist postalische Korrespondez doch etwas Schönes, auch wenn es sich nur um eine schnöde E-Mail handelt. Eine ebensolche habe ich heute der MVG geschrieben:
Liebes MVG-Team,
Nachdem heute das zweite Mal in dieser Woche die U5 in Richtung Neuperlach Süd um 8:29 Uhr kommentarlos ausgefallen ist, habe ich bei Ihrer Hotline angerufen, um mich zu erkundigen, ob es sich hierbei um einen Dauerzustand handelt.
Das Telefonat mit Ihrem Mitarbeiter Herrn H. war sehr interessant, wenn auch nicht aus den Gründen, die ich mir beim Wählen der Hotline-Nummer erhoffte.
Nach dem Gespräch mit Herrn H. weiß ich, dass die Mitarbeiter der MVG selbst keine hohen Erwartungen an die Zuverlässigkeit der angebotenen Verkehrs-Verbindungen zu haben scheinen. Herr H. erklärte mir nämlich in knappen Worten, dass seine Linie - bei der es sich übrigens um die U6 handelt - ebenfalls regelmäßig ausfalle, dass er diesen Zustand aber schon gewöhnt sei und sich deshalb nicht mehr aufrege. Er habe schließlich Gleitzeit. Ich antwortete, dass ich auch Gleitzeit habe, dass eine ausgefallene U5 in meinem Fall aber heißt, dass ich die S-Bahn verpasse, in die ich am Stachus umsteigen muss, was in 15 Minuten wenig produktiven Wartens resultiert. Herrn H.s Kommentar hierzu: "Na das ist dann natürlich blöd." Da kann ich ihm nur vollumfänglich zustimmen. Allein hätte ich für diese Erkenntnis nicht bei der MVG-Hotline anrufen müssen.
Eine abschließende Weisheit von Seiten Herrn H.s beinhaltete die Aussage, er sei seit 30 Jahren "bei dem Verein" und ob U-Bahnen ausfallen sei ihm mittlerweile "scheißegal". Ich sagte ihm, dass ich seine Ehrlichkeit äußerst erfrischend finde und wünschte ihm für die Zukunft viel Glück mit der U6.
Bei allem Interesse für Herrn H.s Einstellung zur Pünktlichkeit der Münchner U-Bahnen, kann ich daraus nur leider keinen weiteren Nutzen ziehen als das Wissen, dass ein Anruf bei der MVG-Hotline zwar aus etlichen Gründen aufschlussreich ist, mir aber meine Frage nach der Zuverlässigkeit der Linie U5 nicht beantworten wird.
Deshalb bitte ich Sie, liebes MVG-Team nun auf diesem Weg, sich meiner Frage anzunehmen. Bei der Gelegenheit könnten Sie auch gleich den Zustand der U6 prüfen. Sie wissen schon - Herr H.
Und bitte sehen Sie, wenn möglich, davon ab, mich im Rahmen Ihrer hoffentlich raschen Antwort um Verständnis zu bitten, den dieses habe ich heute bereits für Herrn H. verbraucht.
Mit freundlichen Grüßen
Ich bin mal gespannt, was daraus wird und nehme, bis ich eine Antwort habe, das Auto.
Mittwoch, 16. Februar 2011
Korrespondenz mit der MVG
Eingestellt von Steffi um 11:47
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen