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Montag, 21. Februar 2011

Tolle Seiten: anders-anziehen

Ziellos durchs Netz klicken kann eine echte Zeitverschwendung sein. Manchmal passiert es aber, dass ich dabei auf richtig tolle Seiten stoße. Diesmal ist das Fundstück anders-anziehen.

Smilla Dankert fotografiert Menschen, die ihr auf der Straße oder anderswo in ihrem Alltag auffallen und schreibt zu den Bildern Texte, in denen sie von der Begegnung mit den Fotografierten erzählt. Über anders-anziehen schreibt sie:

"anders-anziehen zeigt Menschen in ihrer individuellen Art sich zu kleiden. Die Fotografien sind ungeplante Momentaufnahmen - auf der Suche nach Originalität und authentischem Eigensinn.
Als Kostümbildnerin für zeitgenössische Filme interessiert mich vor der Mode als Selbstzweck vielmehr der Mensch und was ihn ausmacht. Wie er sich zeigt, kleidet, bewegt."

anders-anziehen beinhaltet viele verschiedene Dinge. Die Idee, Menschen auf so spontane Weise zu portraitieren ist an sich toll. Ich bewundere Smilla Dankert für ihre Offenheit, einfach so auf Leute zuzugehen und sie um ein Bild zu bitten. Die Portraits und Texte die daraus entstehen sind sehr interessant, berührend und authentisch, jedes einzelnde Portrait ist etwas Besonderes. Ich finde, die Bilder haben Seele und lassen ihre Betrachter für einen kurzen Augenblick einen Menschen kennenlernen, den sie sonst nie getroffen hätten.

Samstag, 19. Februar 2011

Im Nebel wandern

Heute war ich wieder mal in den Bergen. Dank Nordstau und Februar-Nasskälte war das Ganze eine recht neblige Angelegenheit. Mein Ziel, der Hirschberg, war aber gerade hoch genug, an der Oberkante des Nebels zu schnuppern. So konnte ich doch noch ein paar Sonnenstrahlen genießen. Ansonsten hatte das nicht so optimale Wetter auch Vorteile: Der sonst mehr als gut besuchte Hirschberg war recht einsam. Außerdem: Märchenstimmung und Stille in nebligen Wald.

Von Klischees und Quote

Neulich mitgehört:


Herr A: "Wer war denn eigentlich die, die neben X saß? Das muss wohl irgendeine Assistentin gewesen sein, weil die hat nach der Mittagspause ja den Kaffee rübergeholt."

Herr B überlegt kurz. Dann: "Nein du, ich glaube das war die Leiterin der Sowieso-Abteilung."

Herr A - schaut etwas betreten: "Na, da siehste mal, was passiert wenn man mal ein bissl fürsorglich ist. Kommt man sofort in Verruf."


Daran sieht man, wie präsent Rollenklischees in der Berufswelt sind. Ist doch klar: Sekretärinnen holen Kaffee, ergo ist eine Person, die Kaffee holt eine Sekretärin. Klassischer logischer Fehlschluss. Doch mit Logik kommt man (und frau!) in solchen Situationen nur selten weiter.


Die Verhaltensweisen und Rollen, die die Berufswelt prägen sind eingefahren und über Jahre zementiert. Wie sollte sich aber auch jemals etwas ändern, wenn die Positionen, die mit Macht und Deutungsmacht verbunden sind, über Jahre von denselben Personengruppen besetzt werden, die alle ähnliche Lebensläufe, Hintergründe und Alltagsrealitäten haben. Diversifizierung geht anders. Die Sache mit dem Kaffee und der Sekretärin ist ja nicht das einzige Beispiel für ein Klischee. Da gibt es noch eine ganze Menge mehr:
Wer am längsten da ist, arbeitet am meisten.
Sobald eine Mitarbeiterin Mutter wird, ist sie vor allem Mutter und beruflich zu vernachlässigen. Und alle Frauen wollen irgendwann Mutter werden.
Wenn es um Kompetenzgerangel geht, sind Männer durchsetzungsfähig, Frauen hingegen zickig/hysterisch.
Karriere = das dickste Dienstauto, der teuerste Blackberry, das größte Büro.
Büros bevölkern DER Chef und DIE Sekretärin.
Etc.


Unterschiedliche Menschen bringen aus ihrem Leben und ihrem Alltag unterschiedliche Sichtweisen mit ins Berufsleben, in die Büros, in die Vorstände. Dadurch wird das Spektrum denkbarer Rollen und Realitäten in der Arbeitwelt breiter und es gibt auf jeder Hierarchieebene mehr Platz für verschiedene Karriereentwürfe. Die Folge: Es kommen wirklich kompetentesten Leute in Machtpositionen. Und nicht nur die, die am meisten Zeit haben, im Büro rumzusitzen. Und damit es nicht noch bis zum Sankt Nimmerleinstag dauert, bis das passiert, brauchen wir - na was? richtig! - die Frauenquote.


Vielleicht kommt dann auch keiner mehr in "Verruf", der vielleicht einfach nur Lust auf einen Kaffee hat und aus allgemeiner Höflichkeit den anderen auch einen mitbringen muss.

Freitag, 18. Februar 2011

Die Barbie-Schablone

Neulich war ich im Jüdischen Museum in München in der Ausstellung "typisch! Klischees von Juden und Anderen". Für die Sozialwissenschaftlerin in mir ein wahnsinnig interessantes Thema. Die Ausstellung ist super.

Mein persönlicher Favorit unter den Ausstellungsstücken war ein Kasten voller Barbies, die mittels "landestypischer" Kleidung und Haartracht Klischees über Nationalitäten auf der ganzen Welt symbolisieren sollen. Die sind erstaunlich eindeutig. Ich hatte kaum Probleme, die schätzungsweise 30-40 Barbies der jeweiligen Nationalität zuzuordnen, die sie repräsentieren sollten.

Die Barbies haben für mich aber noch eine zweite Ebene. Sicher, die Outfits sind alle unterschiedlich und sollen signalisieren dass wir von den verschiedenen Nationalitäten dieser Welt ganz genaue, sehr begrenzte Vorstellungen haben. Doch das was unter den Zöpfen und Trachten steckt, bleibt bei jeder Barbie gleich. Ein überzeichneter Körper, der in sich selbst ein Klischee ist. Das westliche Schönheitsideal für Frauen, eine in Plastik gegossene Schablone, die in Zeitschriften, im Kino, im Fernsehen und auf Laufstegen zum Leben erwacht. Naomi Wolf spricht in "The Beauty Myth" von der "Iron Maiden", einem unerreichbaren, starren Idealbild von Schönheit, das Frauen dazu bringt, sich zu kasteien und wertvolle Energie auf ständige Beschäftigung mit ihrem Aussehen zu verschwenden. Und Barbie ist das Vehikel, das dieses unrealistische Schönheitsideal in die Kinderzimmer kleiner Mädchen bringt (deshalb ist Barbie Mist und gehört nicht ins Kinderzimmer, sondern in den Mixer).

In der Ausstellung fand ich deshalb an der Barbie-Sammlung den Effekt der verschiedenen klischeehaften Outfits der Barbies weniger beeindruckend als den ihrer komplett gleichen Körper.

Was Schönes auf die Ohren: Vienna Teng

Ich liebe es, bei iTunes nach Musik zu stöbern. Dabei lasse ich mich auch gerne mal von den "Leute denen das gefällt, kauften auch dies"-Empfehlungen leiten und bewege mich immer weiter durch das Angebot. Bei einem solchen Ausflug bin ich auf Vienna Teng gestoßen.

Vienna Teng ist eine taiwanesisch-amerikanische Pianistin, Sängerin und Songwriterin. Sie hat vier Studio- und ein Livealbum veröffentlicht.

Ich finde Viennas Werdegang interessant. Sie hat zwar ab dem Kindesalter Musik gemacht und geschrieben, aber auch "ganz normal" Informatik an der Stanford-Universität studiert und danach zwei Jahre als Programmiererin gearbeitet. Dann widmete sie sich eine Zeit lang Vollzeit ihrer Musikkarriere, unterschrieb einen Plattenvertrag, tourte fleißig und trat u.a. in der "Late Show" von David Letterman auf. 2010 kündigte sie an, sich eine Weile wieder dem Studieren zu beschäftigen und ein MBA-Programm über "sustainable enterprise" (nachhaltige/umweltverträgliche Betriebsführung) aufzunehmen. Wow. Wie viel interessanter ist so ein Lebenslauf, als der aller Disney-gezüchteten Popsternchen zusammen?

Bei Vienna Teng verbinden sich schöne Musik und interessante Texte. So lässt sie eine Großmutter sprechen, die ihrer Enkelin rät, dass Bildung etwas ist, das ihr niemand mehr wegnehmen kann und dass sie die Chancen, die sie als moderne Frau hat, nutzen soll:

"(...) But the one thing
They can't take away from you
Is your mind and the education you've been through
And so you find a man who understands that too
And make sure that he stays true
Gives respect where its due
And make sure he knows,
Make sure he knows,
Make sure he knows what he's got in you

Because a woman isn't just for cookin' meals
Scrubbin' floors
Makin' babies
A woman's got ambitions same as he does
Maybe more

When the sirens wailed
And the bombs fell
We ran from the schoolyard
Into hell
And what we could've been
Time will never tell
Because we never had your chances
The advantages
That you've been handed

Girl, you never know how hard it was
So you've got to do this
For all of us

Oh, take it from your grandmother
I've been 'round, I've been 'round, I've been 'round (...)"

Großartig ist auch "In another life", bei dem Vienna aus Sicht privilegierter, westlicher Menschen über andere, aber ebenso denkbare Lebensläufe singt, die manchmal gar nicht so weit weg sind wie sie erscheinen:

"(...) In another life
I was married at thirteen
You were killed at twenty-one
On a minor battlefield
I was buried beside my
second stillborn child
My last thought it seemed
A fever dream

Now we sink into a summer afternoon
Central Park in June
Marveling at the bounty
our days contain
And we feel it like the shiver
Of a passing train
That other life
Deep underground (...)"

Hier ist ein Clip von "In another life" aus einem Konzert von Vienna Teng:



Ich freue mich schon auf noch mehr Musik von Vienna Teng und darauf noch mehr Musikerinnen wie sie zu entdecken.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Korrespondenz mit der MVG

Die Leute schreiben sich heutzutage viel zu selten Briefe. Dabei ist postalische Korrespondez doch etwas Schönes, auch wenn es sich nur um eine schnöde E-Mail handelt. Eine ebensolche habe ich heute der MVG geschrieben:


Liebes MVG-Team,

Nachdem heute das zweite Mal in dieser Woche die U5 in Richtung Neuperlach Süd um 8:29 Uhr kommentarlos ausgefallen ist, habe ich bei Ihrer Hotline angerufen, um mich zu erkundigen, ob es sich hierbei um einen Dauerzustand handelt.

Das Telefonat mit Ihrem Mitarbeiter Herrn H. war sehr interessant, wenn auch nicht aus den Gründen, die ich mir beim Wählen der Hotline-Nummer erhoffte.
Nach dem Gespräch mit Herrn H. weiß ich, dass die Mitarbeiter der MVG selbst keine hohen Erwartungen an die Zuverlässigkeit der angebotenen Verkehrs-Verbindungen zu haben scheinen. Herr H. erklärte mir nämlich in knappen Worten, dass seine Linie - bei der es sich übrigens um die U6 handelt - ebenfalls regelmäßig ausfalle, dass er diesen Zustand aber schon gewöhnt sei und sich deshalb nicht mehr aufrege. Er habe schließlich Gleitzeit. Ich antwortete, dass ich auch Gleitzeit habe, dass eine ausgefallene U5 in meinem Fall aber heißt, dass ich die S-Bahn verpasse, in die ich am Stachus umsteigen muss, was in 15 Minuten wenig produktiven Wartens resultiert. Herrn H.s Kommentar hierzu: "Na das ist dann natürlich blöd." Da kann ich ihm nur vollumfänglich zustimmen. Allein hätte ich für diese Erkenntnis nicht bei der MVG-Hotline anrufen müssen.
Eine abschließende Weisheit von Seiten Herrn H.s beinhaltete die Aussage, er sei seit 30 Jahren "bei dem Verein" und ob U-Bahnen ausfallen sei ihm mittlerweile "scheißegal". Ich sagte ihm, dass ich seine Ehrlichkeit äußerst erfrischend finde und wünschte ihm für die Zukunft viel Glück mit der U6.

Bei allem Interesse für Herrn H.s Einstellung zur Pünktlichkeit der Münchner U-Bahnen, kann ich daraus nur leider keinen weiteren Nutzen ziehen als das Wissen, dass ein Anruf bei der MVG-Hotline zwar aus etlichen Gründen aufschlussreich ist, mir aber meine Frage nach der Zuverlässigkeit der Linie U5 nicht beantworten wird.

Deshalb bitte ich Sie, liebes MVG-Team nun auf diesem Weg, sich meiner Frage anzunehmen. Bei der Gelegenheit könnten Sie auch gleich den Zustand der U6 prüfen. Sie wissen schon - Herr H.

Und bitte sehen Sie, wenn möglich, davon ab, mich im Rahmen Ihrer hoffentlich raschen Antwort um Verständnis zu bitten, den dieses habe ich heute bereits für Herrn H. verbraucht.

Mit freundlichen Grüßen


Ich bin mal gespannt, was daraus wird und nehme, bis ich eine Antwort habe, das Auto.

Dienstag, 1. Februar 2011

Auf dass die Quote kommt!

Aktuell beschäftigt Medien und Politik ein Thema ganz besonders: Die Frauenquote in Führungsebenen. Ich finde beides super, die Frauenquote und die Berichterstattung darüber.

Es hat ohnehin lang (zu lang!) gedauert, bis dem Thema Frauenquote endlich die politische Aufmerksamkeit zu Gute kam, die es verdient. Seit Jahren kommen in regelmäßigen Abständen dieselben, ernüchternden Zahlen: Nur ein verschwindend kleiner Bruchteil der Spitzenposten in deutschen Firmen ist mit Frauen besetzt. Und das obwohl die Unternehmen sich vor über zehn Jahren selbst verpflichtet hatten, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Bisher können sich die Herren Manager zu nichts weiter beglückwünschen, als dass die exklusive Maschinerie der Old-Boys-Netzwerke nach wie vor läuft wie geschmiert. Frauen (oder auch Ausländer) schauen zu.

Ursula von der Leyen will nun eine Frauenquote einführen. Schlicht, weil die Sache mit der Selbstverpflichtung offensichtlich nicht funktioniert. Und weil es Zeit ist, das sich etwas verändert in den Männerbünden der Vorstände und Aufsichtsräte. Das Beispiel Norwegen zeigt, dass eine solche Maßnahme richtig ist und zu den gewünschten Effekten führt. Wenn per Quote erst einmal ein gewisser Standard erreicht ist und Frauen in Führungspositionen zu einem ebensolchen geworden sind, braucht es auch keine Quote mehr. Doch bis das passiert, ist die Quote der einzige Weg, wie die unveränderte Undurchlässigkeit deutscher Führungsebenen in den letzten Jahren gezeigt hat.

Wer sich Quotengegnern streiten muss, findet bei der Mädchenmannschaft ein sehr erhellendes Argument. Die Sache einmal umgedreht, stellt sich die derzeitige Situation als geradezu absurd ungerecht heraus: Oder was soll frau sonst zu einer Männerquote von 98% in deutschen Vorständen sagen?

That mark, with the "a" and the ring around it...

Ich liebe die Website "Sociological Images". Dort werfen die beiden Autorinnen Lisa Wade und Gwen Sharp mittels unterschiedlichster Fundstücke aus Sozialwissenschaft, Medien und Alltag einen Blick auf Vorurteile, Stereotypen und Ungleichheiten und Entwicklungen in der (meist US-amerikanischen) Gesellschaft.
Kürzlich hat Sociological Images das hier gepostet. Ein erstes, leises Anklingen eines Phänomens namens "Internet" in der "Today Show" aus dem Januar 1994.

Aus meiner momentanen Perspektive (ich tippe diesen Text gerade in der S-Bahn sitzend in mein Smartphone) richtig süß.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Nervt: Altherren-Humor, Altherren-Sprüche, Altherren-Alles

Begebenheit aus der Münchner S-Bahn heute:

Ich steige morgens am Stachus in eine wie immer volle S8 und schaue mich nach einem Sitzplatz um. Der einzige freie Platz ist in einer Vierergruppe, die von drei älteren Herren besetzt ist, die offensichtlich zusammen unterwegs sind. Zwei der Herren sitzen nebeneinander, der dritte sitzt auf einem äußeren Platz, neben ihm hat es seine Aktentasche auf einem Platz ganz für sie allein sehr bequem. Ich frage, ob ich mich setzen darf. Er räumt seine Tasche ein wenig grummelig zur Seite, ich bedanke mich. Nachdem ich 10 Sekunden sitze, trifft mein bejeanstes Knie ein Tropfen Wasser. Von den Rollen des restlichen Herren-Gepäcks das über unseren Köpfen verstaut ist, tropft abschmelzender Straßen-Schneematsch. Ich sage nichts, bringe nur mein Knie in Sicherheit. Der Herr mir schräg gegenüber steht und räumt das Gepäck runter. Ich bedanke mich. Dann: "Oh, jetzt hat es Sie am Bein erwischt". Ich: "Nicht so schlimm, ist ja nur Wasser." Mein Gegenüber-Sitzer zu seinem Nebenmann: "Jetzt sei doch nicht so aufdringlich, Heinz. Sie ist wohl nicht aus Zucker." Heinz, mit prüfendem Seitenblick zu mir: "Obwohl sie schon so süß aussieht, als wäre sie es." Sein Gegenüber: "Ja, nicht dass das Mädchen noch schmilzt, das weiß man ja nie bei den Frauen, höhöhö." Alle drei: "Höhöhö!". Ich: "Wenn es Ihnen nichts ausmacht, wäre es mir lieber wenn sie hier nicht über mich reden, als wäre ich ein Einrichtungsgegenstand. Und wenn ich jetzt nicht in Ruhe hier sitzen kann, schicke ich Ihnen ganz schnell die Rechnung für die Reinigung." Reaktion: Schweigen im Altherren-Walde.

Ich muss dazu sagen, dass ich während des Wartens auf die S-Bahn bei der Mädchenmannschaft gerade von Bild-Wagners unsäglich geschmackloser Post zum Tod von Soldatinnen auf der Gorch Fock gelesen hatte. Und mich schrecklich aufgeregt über den offen zur Schau getragenen arschigen Altherrenchauvinismus und die Selbstverständlichkeit mit der dieser vergraute Typ darüber schwadroniert was Frauen tun sollen (Kinder kriegen) und was nicht (Soldatin sein).

Deshalb haben die drei "höhöhö"-Herren aus der S-Bahn vielleicht stellvertretend für Herrn Wagner etwas mehr Groll abbekommen als nötig gewesen wäre. Das kommt davon, wenn die Altherren-Äußerungen über Hand nehmen.

Sonntag, 23. Januar 2011

Schneeschuhe!

Seit meinem Geburtstag letzten November bin ich stolze Besitzerin eines Paars schicker blauer Schneeschuhe (danke an Mama und Papa an dieser Stelle!). Schneeschuhtouren in den winterlichen Alpen sind toll und geben mir als Nicht-Skifahrerin die Möglichkeit, im Winter genauso spannende Touren zu machen wie im Sommer. Mit Schneeschuhen kommt man praktisch überall hin, wo di Skitourengänger auch hinkommen.
Mittlerweile habe ich schon eine Reihe Schneeschuhtouren gemacht. Allesamt waren super und ich könnte mich nicht entscheiden, welche mir am besten gefallen hat. Ich war u.a. auf dem Brechhorn bei Kitzbühel, dem Galtjoch im wunderschönen Außerfern und heute auf der Wankspitze in der Mieminger Kette.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Danke, Natalie Portman

Gestern habe ich darüber geschrieben, wie wenig geistreich häufig das Marketing für Produkte ausfällt, deren Zielgruppe Frauen sind. Ein ähnliches Phänomen gibt es bei Filmen. Filme, die sich als Frauen-Filme oder amerikanisch "Chick Flicks" verstehen, haben meist die Tiefe einer Waschmittelwerbung.

Besonders schlimm sind dabei die 1001 Romantischen Komödien, die Hollywood Jahr für Jahr produziert. Bevorzugt spielen die blonde Katherine Heigl (Zielgruppe: Frauen unter 30) oder die blonde Jennifer Aniston (Zielgruppe: Frauen über 30) die Hauptrolle. Die Handlung geht in etwa so: Frau sucht Mann fürs Leben, weil was gibt es Wichtigeres? Arroganter, aber sehr gut aussehender Fatzke von nebenan/aus einer Exbeziehung/aus der Chefetage kommt dafür AUF GAR KEINEN FALL in Frage. Konstruierte Handlung, bei der die Frau und arroganter aber sehr gut aussehender Fatzke sich irgendwie näher kommen, nimmt ihren Lauf. Kuss. Bett. Morgen-danach-Rumstreiterei-retardierendes-Moment. Versöhnung. Hochzeit. The End.
Das Frauenbild, das in diesen Filmen gezeichnet wird, stammt dabei meistens aus den 50er Jahren.

Dass das Mist ist und nervt, findet auch Natalie Portman. Die Schauspielerin kritisiert, dass es in den meisten Romantischen Komödien für die Frauen nur darum geht, einen Mann zu finden und dabei modisch angezogen zu sein. Ihrer Ansicht nach sollten die weiblichen Charaktere aber besser berufliche Ambitionen, ein individuelles Bild von Beziehungen und einen eigenen Humor haben und nicht nur immer "the girlfriend of the funny guy" sein. Damit das passiert entwickelt Natalie Portman mit ihrer Produktionsfirma Komödien, die Frauen ansprechen und sollen und "that are female driven, from a fresher perspective. So if it’s a comedy, it’s not just about women out to find husbands". Da kann man gespannt sein.

Also noch ein Grund, Natalie Portman toll zu finden. Ein anderer sind ihre Filme. Ich bin sehr gespannt auf "Black Swan", der morgen in unseren Kinos anläuft. Für ihre Rolle darin gibt es hoffentlich einen Oscar für Natalie Portman.

Dienstag, 18. Januar 2011

We want sex equality

Seit letzten Donnerstag läuft "Made in Dagenham" in den deutschen Kinos. In dem Film geht es um eine Gruppe Ford-Arbeiterinnen im britischen Dagenham, die 1968 für Lohngleichheit kämpften. Der Trailer sieht sehr vielversprechend aus und ist hier zu sehen:



Das einzige, was mich an dem Film stört, ist der deutsche Titel. Das ist bei mir keine Seltenheit, ich bin kein Fan von Synchronisation und der dabei scheinbar unvermeidbaren Titelpanscherei (Beispiel: "The L Word - Wenn Frauen Frauen lieben"? Damit auch wirklich, wirklich alle wissen, worum es da geht und nicht versehentlich Leute einschalten, die ein Automagazin oder einen TV-Gottesdienst erwarten). Im deutschsprachigen Raum läuft der Film unter "We want Sex".
Quatsch, oder? Ich meine, es gab in den Tiefen der Wühlkiste verdeutschter Filmtitel sicher schlimmere Alternativen. Vielleicht sollten wir dankbar sein, dass auf unseren Kinokarten nicht "Eine Demo zm Verlieben" oder "Wenn Frauen für Frauen kämpfen" oder "Liebe, Löhne, Lippenstift" steht. Kennt frau ja alles schon. Der Kreativität sind kaum engere Grenzen gesetzt, als wenn es darum geht, Produkte an uns Frauen zu vermarkten. Aber Spaß beiseite. diestandard.at zum deutschen Titel:

Der deutsche Titel "We want Sex" bezieht sich - irreführend - auf einen Fauxpas der Demodebütantinnen, die versehentlich beim Banner "We Want Sex Equality" auf das Ausrollen des letzen Wortes vergessen. Der charmant-emanzipatorischen Charakterkomödie hätte ein weniger altherrenwitzlerischer Titel besser zu Gesicht gestanden.

Agreed, Ladies! Zumal es in dem Fall recht unnötig war, dem Film einen deutschen Titel zu verpassen. Denn "Made in Dagenham" sollte auch für Leute, die im Englischen weniger firm sind, kein nicht zu knackendes Mysterium sein.

Freitag, 10. September 2010

Oscar-Buzz um Lisbeth Salander

Kommt der September, kommt die Award Season in den USA. Für mich Filmfan immer eine spannende Sache. Ich liebe es, die aufgeregte Berichterstattung im Vorfeld der Preisverleihungen zu verfolgen und meinen FavoritInnen die Daumen zu drücken.

Heute ist mir ein sehr interessanter Artikel über den Weg gelaufen: ew.com berichtet von Gerüchten, denen zufolge die großartige Noomi Rapace für ihre Darstellung von Lisbeth Salander in "Män som hatar kvinnor" (Zu deutsch "Verblendung", US-Titel "The Girl With The Dragon Tattoo") im Rennen um einen der fünf "Best Actress"-Slots zu sein scheint. Hier die Originalquelle, auf die ew.com sich bezieht.

Ich habe die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson komplett gelesen und habe alle drei Filme gesehen. An den Filmen kann man sicher den ein oder anderen Punkt aussetzen, insgesamt halte ich sie aber für gute, sehr spannende Thriller. Der Glanzpunkt der Verfilmungen ist zweifelsfrei Noomi Rapace. Ihre Lisbeth Salander ist eine Meisterleistung, treu zu der unwiderstehlichen Hauptfigur aus den Büchern, frei von Eitelkeit oder Angst vor harten Szenen. Lisbeth Salander ist eine außergewöhnliche Frauenfigur, eine die man sich besser kaum hätte wünschen können. Rapace trägt diese Rolle hervorragend und bringt die kompromisslose, punkige, intelligente Lisbeth Salander als glaubhafte Person auf die Leinwand. Nebenbei ist sie noch eine saucoole Actionheldin. Und von denen darf es ruhig auch ein paar mehr geben.

Eine Oscar-Nominierung wäre mehr als verdient. Unter den Schauspielerinnen, um die momentan "Oscar Buzz" entsteht, ist Noomi Rapace meine klare Favoritin. Ob sie Chancen auf den Oscar hat, ist natürlich noch nicht absehbar, dafür ist es zu früh in der Saison und andere, größere Namen könnten ihr die begehrten Slots wegschnappen. Meine Stimme hätte sie aber in jedem Fall.

Montag, 6. September 2010

Korsika!

Unser Urlaub auf Korsika war wunderschön. So schön und so voll von Eindrücken, dass ich seitenweise darüber schreiben könnte. Und weil es am besten ist, gleich damit anzufangen, hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack: Gipfelglück auf Korsikas höchstem Berg. Monte Cinto!

Freitag, 13. August 2010

Ferien! Korsika!

Endlich, endlich ist er da - mein Urlaub!

Übermorgen fliege ich nach Korsika. Ich freue mich wahnsinnig darauf, meine Trauminsel wiederzusehen. Ich habe mir für den Urlaub - außer Entspannen, Tauchen, Schnorcheln und Braunwerden - viel vorgenommen: Ich möchte auf jeden Fall die zwei höchsten Berge der Insel besteigen: Monte Cinto und Monte Rotondo und außerdem viele, viele weitere Bergtouren machen.

Diese tolle Website habe ich gerade entdeckt. Die Bilder und Texte helfen sehr beim Auf-den-Korsika-Urlaub-freuen!

Sonntag, 25. Juli 2010

Auf die Ammergauer Hochplatte














Heute war nicht gerade Parade-Wetter. Trotzdem war ich in den Bergen unterwegs und bin mit einer sehr schönen Tour belohnt worden: Auf der Ammergauer Hochplatte prägten Wolken, Felsen, sattes Grün, Wasserfälle und eine Menge Gemsen den Tag.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Ganz oben: Ich war auf der Zugspitze

Letzten Freitag war es endlich soweit: Ich war auf der Zugspitze. Ich habe mir den höchsten Berg Deutschlands ja schon öfter aus verschiedenen Perspektiven angeschaut und hatte schon länger geplant, dort hinaufzusteigen.
Freitagmorgen bin ich in München noch in der Dunkelheit aufgebrochen. Während meiner Fahrt nach Hammersbach ging langsam die Sonne auf und als ich um halb sechs am Parkplatz ankam, war alles in ein zartes Morgenlicht getaucht.

Der erste Abschnitt der Zugspitztour führte mich durch die Höllentalklamm. Mit ihren steilen Wänden und düsteren Tunneln ist die Klamm an sich schon ein echtes Erlebnis. Es ist allerdings selbst an einem schönen Sommertag wie Freitag ratsam, eine Regenjacke mitzunehmen, weil die vielen Wasserfälle für ordentlich kühles Nass sorgen.

Nach der Höllentalklamm folgt eine wunderbare Wanderung durch das idyllische Höllental, vorbei an der Höllentalangerhütte (wo die Weicheier und Spätaufsteher nach und nach rauskrabbeln) bis zum Einstieg der ersten Klettersteigpassage mit "Leiter" und "Brett".
Hat man diesen Abschnitt hinter sich gelassen, nähert man sich nach und nach dem kleinen Gletscher - dem Höllentalferner - den man überqueren muss, um zum Einstieg des Klettersteigs zu kommen, der in Richtung Gipfel führt. Der Weg dorthin führt über geröllige Abhänge, unter denen immer wieder das Eis des Gletschers durchschimmert. Als Antrieb dienen die ertsten Blicke auf den Gipfel mit seinem goldenen Gipfelkreuz, das bereits gut erkennbar war. So nah der Gipel von unterhalb des Gletschers auch erscheinen mag, so ist es doch noch ein ordentliches Stück zu gehen und später zu klettern.

















Der Höllentalferner selbst ist eher unproblematisch, aber mit seinen kleinen Spalten und teilweise gletscherig-hellblauen Färbung sehr faszinierendes Gelände. Sehr viel ist allerdings nicht mehr übrig vom kleinen Gletscher zu Füßen der Zugspitze, und das ständige Rauschen des abschmelzenden Wassers erinnert einen daran, dass man wahrscheinlich Glück hat, überhaupt noch einen nennenswerten Gletscher vorfinden zu können.

Im Übergang vom Höllentalferner zum Fels des Klettersteigs dann die spannendste Stelle: Die berühmte Randkluft. Am Freitag klaffte die Lücke zwischen Eis und Fels schon so weit auseinander, das man ohne Zuhilfenahme eines schlauerweise eingeknüpften Seils und ein wenig Sprungkraft, sich wohl einen anderen Weg in den Kettersteig hätte suchen müssen.
Nachdem die Randkluft überwunden war, gewann ich im Klettersteig schnell an Höhe. Mit jedem Mal in Richtung Gipfel aufblicken rückte das Gipfelkreuz näher. Als sich dann im letzten Teil des Klettersteigs endlich der Blick nach unten zum Eibsee eröffnete, wusste ich, dass es nicht mehr weit sein konnte. Nach einigen letzten Metern Klettern (und zunehmendem Turnschuhtouristenslalom) hatte ich es geschafft: Ich stand auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands.
Das Gefühl, diese lange und anstrengende Tour nach sieben Stunden geschafft und meinen Traumgipfel endlich in der Tasche zu haben, war großartig. Und ich konnte es mit meinen liebsten Menschen teilen: Nach meiner Gipfel-SMS klingelte mein Handy und meine Bergsteiger-Eltern gratulierten mir beide. Nach etwa einer Stunde Warten bekam ich dann einen wunderbaren Besucher: Bernie hatte sich am Vormittag in München auf den Weg gemacht und war mit der Bahn auf den Gipfel nachgekommen. Ein tolles Gefühl, mit meinem Mann das Ende dieser schönen Bergtour zu gemeinsam zu erleben.

Sommerblüte

Sommer im Westpark.


Montag, 5. Juli 2010

Wind- und wolkenumwehte Watzmannüberschreitung

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit: Ich bin die Watzmannüberschreitung gegangen. Die Tour war lang, anstrengend, abwechslungsreich und vor allem spektakulär. Mit dabei waren außer Iris, der Bergführerin aus meinem DAV-Kurs im Rofan, auch noch Conny und Bernhard. In dieser netten Gruppe hat die Tour noch mehr Spaß gemacht.
Die Watzmann-Tour hat für eine Bergtour etwas unkonventionell begonnen. Wir haben uns zuerst eine Schifffahrt über den Königssee nach St. Bartholomä gegönnt. Von dort aus sind wir über die Kuhröitalm zum Watzmannhaus aufgestiegen. Die Strecke bis zur Alm war wegen der Gluthitze vom Samstag eine echte Probe für die Kondition. Wir hatten (abgesehen von unserer Bergsteiger-Motivation) einen sehr starken Antrieb, es möglichst schnell aufs Watzmannhaus zu schaffen: Deutschland spielte in der WM in Südafrika gegen Argentinien um den Einzug ins Halbfinale und wir wollen wenigstens die zweite Halbzeit noch sehen. Dank der Jubelschreie, die uns beim Aufstieg zum Watzmannhaus von der Kuhroitalm erreichten (uns des hervorragenden Nachrichtendienstes per SMS) entging uns auch das frühe 1:0 für Deutschland nicht. Pünktlich zur zweiten Halbzeit kamen wir auf dem Watzmannhaus an und konnten so das Spiel zu Ende sehen und gemeinsam mit den anderen Bergsteigern und Wanderern den deutschen 4:0-Sieg bejubeln.

Nach einem schönen Hüttenabend, bei dem wir uns u.a. den Malefitz-Künsten von Pauli, dem 9-jährigen Sohn der Wirtsleute geschlagen geben mussten, gingen wir früh schlafen.

Am nächsten Morgen brachen wir sehr früh von der Hütte auf. Leider hatte sich das Wetter vom Vortag verschlechtert: Ein kühler Wind jagte Wolken über Horizont und Gipfel. Wir beschlossen, nicht gleich aufzugeben, sondern dem Watzmann-Grat Stück für Stück zu Leibe zu rücken und dabei das Wetter immer im Auge zu behalten.
Die erste Etappe war bald mit dem Hocheck-Gipfel geschafft. Zwar hatten wir bis dahin noch immer keinen Sonnenschein, aber das Wetter schien zu halten. Ich fand die Stimmung, die durch die dahinjagenden Wolken und den Wind entstand sehr beeindruckend. Immer wieder rissen die Wolken über-, unter und vor uns auf und gaben spektakuläre Blicke auf den Grat und weit ins Tal frei. Dann wieder standen wir tief in Wolken gehüllt und konnten nur Schemen der noch vor uns liegenden Gifel erkennen.
Nach einer weiteren halben Stunde hatten wir die Watzmann-Mittelspitze und damit den Hauptgipfel des Grates erreicht. Ich war sehr stolz auf meinen bisher höchsten Gipfel mit 2713 Metern.
Die weitere Gratüberschreitung zur Watzmannsüdspitze blieb genauso großartig wie der Beginn. Über der berühmten Watzmann-Ostwand, die 1800 Meter zum Königssee abfällt, dahin zu klettern ist schon ein besonderes Gefühl. Das mitgebrachte Klettersteigset war zwar an einigen besonders luftigen Stellen eine gute Versicherung, war aber nicht permanent notwendig.

Nach der Südspitze kam was kommen musste: Der lange Abstieg zur Wimbachbrücke. Insgesamt stiegen wir fast 2000 Höhenmeter durch Fels, Schrofen, Geröll, steile Rinnen und erodierte Hänge ab, bis wir endlich im Wimbachtal ankamen. Nach einer Stärkung bei der idyllisch gelegenen Wimbachhütte wanderten wir die letzten Kilometer durch das landschaftlich großartige Wimbachgrieß. Dabei gaben die Wolken immer wieder Blicke auf dem Watzmann frei und ich konnte es kaum glauben, einige Stunden vorher noch dort oben gestanden zu haben.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Steile Felsen am Wörner

Gestern war ich wieder im Karwendel unterwegs. Diesmal war der Wörner mein Ziel. Mit seinen 2474 Metern der bisher höchste Gipfel in diesem Jahr.
Die Tour war lang und anstrengend, aber sehr lohnend. Bis zum Wörnersattel ist der Weg auf den Wörner eine schöne, geruhsame Wanderung durch Wald und Wiesen. Nach dem Sattel beginnt mit dem Gipfelanstieg eine sehr spannende, luftige Kletterei. Den Gipfel muss man sich ganz schön erkämpfen. Die Aussicht von oben ins umliegende Karwendel und weit darüber hinaus ist die Mühe allerdings wert.
Auf den Abstieg vom Gipfel hinunter zum Wörnersattel hätte ich gern verzichten können, denn Schrofen und Geröll, die beim Aufstieg weniger ins Gewicht fallen, können beim Runterklettern sehr unangenehm werden. Entsprechend schön war das Gefühl, wieder auf dem satten Grün des Wörnersattels angekommen zu sein.
Der Tag hätte mit blauem Himmel und Sonnenschein nicht schöner sein können. Beim Abstieg habe ich hin und wieder zur Bergstation der Karwendelbahn hinaufgelinst und habe im Geiste schon mal den Mittenwalder Höhenweg geplant.

Sonntag, 27. Juni 2010

Ich wollte schon immer mal das Wort "Arschlöcher" in einer Überschrift verwenden

Werbung made by reaktionäre Chauvinisten:
















Wow. Unfassbar, oder? An dieser Werbung ist so viel falsch, eklig und peinlich, dass es schwer wird, alle Punkte in einen einzigen Blogpost zu fassen. Ich könnte mir gut vorstellen, eine Serie daraus zu machen.
Die Firma "Pro Aurum" wirbt im Jahr 2010 doch tatsächlich mit folgendem Slogan:


"Warum Sie lieber in Gold als in eine schöne Frau investieren sollten: Weil Gold nie seinen Glanz verliert."

Was will "Pro Aurum" uns mit so einer Werbung sagen? Mir sagt sie jeden Fall, dass ich mein Geld nie, aber auch niemals bei "Pro Aurum" anlegen würde, weil ich mit einer Firma, die mit einer solch idiotischen Kampagne wirbt, nichts zu tun haben möchte. Davon abgesehen sagt sie mir, dass ich nicht die Zielgruppe bin.
Vielmehr scheint die Zielgruppe aus Männern zu bestehen, die ihr Geld "investieren". Unter anderem in Frauen. Aber nur in "schöne" Frauen, denn diese glänzen zumindest temporär. Für wie lange denn, frage ich mich da. Ich habe den Verdacht, dass Frauen für das von der "Pro Aurum" in sie investierte Zielgruppe vor allem stundenweise zu glänzen haben. Gratulation an "Pro Aurum" dafür, ein solch sympatisches Bild von ihrer Zielgruppe zu zeichnen.


"Pro Aurum" sitzt übrigens in München und zwar hier:

pro aurum GmbH & Co. KG
Geschäftsführer: pro aurum Verwaltungs GmbH vertreten durch Robert Hartmann und Mirko Schmidt
Joseph-Wild-Straße 12
81829 München

Die zugehörige Mailadresse lautet:
info@proaurum.de


Ich rufe hiermit dazu auf, den feinen Herren Hartmann und Schmidt per Mail einen Besuch abzustatten und ihr Postfach so sehr mit Protestmails zuzuschütten, dass sie nicht mal mehr mit ihrer chauvinistischen Werbeagentur Kontakt aufnehmen können, die für diesen Werbemüll mitverantwortlich ist.
Ansonsten wäre es auch möglich, am Firmensitz von "Pro Aurum" vorbeizuschauen und ihnen mit allen zufallig abgefallenen* "Pro Aurum"-Plakaten die Fenster zu verkleistern.






*denn auch Plakatkleber hat Geschmack und verweigert bei zu großem Ekel-Faktor bisweilen den Dienst.

Die verrückte Professorin?

Ja, aber sie ist eher die Seltenheit. Wenigstens, wenn es darum geht, wie Kinder sich WissenschaftlerInnen vorstellen.
Bei der Mädchenmannschaft ist ein sehr interessanter Artikel zu lesen, der von einem US-amerikanischen Projekt berichtet, bei dem die Vorstellung die Kinder von WissenschatlerInnen haben, untersucht werden. Natürlich ist die Stichprobe sehr klein und es handelt sich bei dem Projekt auch nicht um eine wissenschaftliche Studie. Trotzdem sind die Ergebnisse und die Zeichnungen und Kommentare der Kinder sehr aufschlussreich.
Schön ist, dass das Bild der WissenschaftlerInnen nach den Erfahrungen der Kinder im Fermilab positiver und diverser geworden ist.

Ein Blick in die Fußball-Glaskugel

Mein kommunikationswissenschaftlicher Beitrag zum heutigen WM-Achtelfinale Deutschland-England zum Thema publizistische Qualität mit besonderem Augenmerk auf der Reduktion der Berichterstattung auf die wesentlichen Fakten des Geschehens:

Belanglose Bla-Bla-Überschrift in SPON














Vorausschauende, informative Überschrift auf sueddeutsche.de













Edit um 18:44 Uhr: Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht finde ich zwar die Überschrift der Süddeutschen super, aus Fan-Sicht bin ich über das 4:1 für Deutschland aber sehr glücklich.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Patti Smith in München

"Unglaublich aber wahr", so schrieb die Buchhandling Lehmkuhl über die heutige Signierstunde mit Patti Smith. Das drückte ziemlich genau meine Gefühle aus: Als ich zufällig gelesen habe, dass die große Patti Smith in der Schwabinger Buchhandlung ihr Werk "Just Kids" über ihre Freundschaft mit dem Fotografen Robert Mapplethorpe signieren würde, konnte ich es auch kaum glauben. Die Gelegenheit, Patti Smith live zu sehen und mir ihr neues Buch signieren zu lassen, wollte ich unbedingt wahrnehmen.


Patti Smith ist eine meiner persönlichen Heldinnen. Ihr Leben als Künstlerin, Musikerin und Aktivistin ist bewundernswert, mutig und inspirierend. Es gibt einige Lieder von ihr, die ich mir pausenlos anhören könnte. Dieses kurze Essay von Shirley Manson über Patti Smith aus dem Rolling Stone spricht für sich.


Am Nachmittag stehe ich also im Lehmkuhl und reihe mich in die Schlange der geduldig Wartenden ein, die sich langsam auf den Signiertisch zuschiebt. Das Publikum ist bunt gemischt, schmökert fröhlich in "Just Kids" und reckt neugierig die Hälse, um schon einmal einen Blick auf Patti Smith erhaschen zu können. "Hi!" freundlich begrüßt Patti Smith jeden einzelnen Fan. Ihre Stimme klingt überraschend hell, wenn man an ihren erdigen, kraftvollen Gesang denkt. Sie sieht gleichzeitig alt und jung aus. Sie trägt ein Ringelshirt und schwarze Jeans und ist immer noch so groß und androgyn wie auf den Bildern aus den Siebziger Jahren, die Mapplethorpe von ihr geschossen hat. Ihre Haare sind lang und dunkelgrau und zu einem lockeren Zopf gebunden. Durch eine runde Brille lächelt sie sehr nett in aufgeregte Fangesichter. An Patti Smith ist nichts gemacht oder gestylt, alles ist erlebt und echt. Sie wechselt mit jedem Fan ein paar Worte, fragt nach jedem Namen. Als ich meinen Namen buchstabiere "It's Stefanie, but not with a P and an H. Just with an F" gibt sie zurück "I worked with a guitarist named Stefanie once who spelled her name the same way, so I'm prepared". Sie unterschreibt sehr schwungvoll. Ich würde viel darum geben, mal mit Abend Essen zu gehen und mir einfach nur Geschichten aus ihrem Leben anzuhören.

Als ich wieder zu Hause bin, will ich "Just Kids" nicht gleich ins Regal stellen. Ich lege es hin, sodass ich im Vorbeigehen immer wieder das Autogramm bewundern kann. Ich freue mich schon sehr darauf, das Buch zu lesen.

Freitag, 11. Juni 2010

Vier Tage im Rofan

Der Weg zu Germany's next Topbergsteigerin ist lang und es gibt noch viele Dinge, die man dafür lernen muss. Ich habe beschlossen, einige meiner Wissenslücken zu füllen und habe einen "Bergsteigen"-Kurs beim DAV gemacht. Der Kurs bestand aus lauter netten Leuten und fand auf der Erfurter Hütte im Rofan statt. Vier Tage haben wir alles über Wetterkunde, Orientierung, Tourenplanung und Sicherheit in den Bergen gelernt. Daneben sind auf einer Reihe toller Touren auch noch ein paar Gipfel rausgesprungen, u.a. die Hochiss - mit ihren 2299 Metern mein bisher höchster Gipfel in 2010.

Der erste Tag war noch ein wenig verregnet, hat uns aber nach Anreise und Einrichten auf der sehr komfortablen Hütte die Möglichkeit gegeben, einen großen Teil der Theorie durchzuarbeiten.
Der zweite Tag begann noch ein wenig neblig, es wurde aber von Stunde zu Stunde schöner und so machten wir uns gegen Mittag zu ersten "Praxislektion" auf und stiegen auf die Haidachstellwand (2192m). Am Abend ging es dann an eine sehr intensive Session Tourenplanung, bei der wir jeden Meter Auf- und Abstieg der für den nächsten Tag geplanten Tour durchdachten und protokollierten.
Am dritten Tag hieß es dann früh aufstehen, viel frühstücken, Rucksack aufsetzen und los. Wir stiegen zuerst auf die Rofanspitze (2259m). Auf dem Weg dorthin machten wir auf einem hübschen Schneehang Sturzübungen, wobei sich hier die zusätzliche Schwierigkeit ergab, unter heißer Sonne in den wasserdichten Regenklamotten nicht zu zerfließen. Von der Rofanspitze ging es dann über einen kurzen Klettersteig weiter zum Sagzahn (2228m). Der Weg ab der Rofanspitze immer am Grat entlang ist super und bietet traumhafte Ausblicke in die umliegenden Berge. Der letzte Gipfel für den Tag war das Vordere Sonnwendjoch (2224m). Der Weg vom Sagzahn zum Sonnwendjoch ist mit 30 Minuten angegeben. Mein Training dieses Jahr hat sich ausgezahlt, ich hab die Strecke in 10 Minuten geschafft und war nachher sehr stolz (und sehr hungrig).
Der vierte und letzte Tag brachte mit der Hochiss den höchsten Gipfel der Tour und einen langen, anstrengenden Abstieg ins Tal. Von der Hochiss aus habe ich besonders den Blick über den Dalfazer Kamm genossen und habe beschlossen, diese Überschreitung bald mal in Angriff zu nehmen. Beim Abstieg über die gemütliche Dalfazalm konnte man dann wunderbar die Veränderung der Landschaft von schroffem Gebirge über Almwiesen bis zu schattigem Wald bewundern.
Der Kurs war toll. Für mich bedeuteten die Touren an sich zwar mehr Genuss und Training als ungekannte Anstrengung. Die wie z.B. das Peilen mit dem Kompass, das Benutzen des Höhenmessers und die intensive Tourenplanung waren aber außerordentlich wertvoll und werden mir bei meinen künftigen Unternehmungen sicher noch sehr nützlich sein.

Bilder von den Tagen im Rofan gibt es hier:

100603 DAV Kurs